Niedersachsen heizt mit der A 20 die Klimakrise an
Chance zum Umstieg auf eine klimafreundliche Mobilität wird erkannt, aber vertan
Niedersachsen ist Fahrradland Nummer eins in Deutschland und aktuell auch Pedelec-Land Nummer eins. Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich in seiner Pressemitteilung vom 01. September 2026.[i] 40 Prozent der Besitzerinnen und Besitzer nutzen ihr E-Bike als Alternative zum Auto.[ii] Das zeigt, dass E-Bikes auch im ländlichen Raum längst mehr als nur Freizeitvergnügen sind. In Niedersachsen gibt es an rund 3.000 km Bundesstraßen und 4.800 km Landesstraßen Radwege[iii], die gepflegt, instandgehalten und weiter ausgebaut werden müssen, wenn den Menschen der Umstieg auf eine klimaverträgliche Mobilität durch attraktive Angebote erleichtert werden soll. Das Fahrrad ist neben dem Fußverkehr der umweltverträglichste Verkehrsträger, da es kaum CO2 produziert, keinen Lärm macht, einen sehr geringen Flächenverbrauch verursacht und nebenbei die Gesundheit fördert. Dadurch werden auch die öffentlichen Kassen entlastet.
Anstatt diese Chance zu nutzen, setzen das Land Niedersachsen und Minister Tonne jedoch auf das fossile Autobahnprojekt A 20.[iv] Im Bundesverkehrswegeplan ist die A 20 als klimaschädlichstes Projekt Deutschlands ausgewiesen. Die prognostizierten Verkehrszahlen sind gering und könnten von den vorhandenen Bundesstraßen problemlos aufgenommen werden. Dennoch wird vollkommen unflexibel und ohne Rücksicht auf die existenzgefährdenden Herausforderungen der Klimakrise an dem Methusalemprojekt aus dem letzten Jahrtausend festgehalten. Währenddessen summieren sich Ernteausfälle, Waldbrände und Gesundheitskosten durch die extreme Hitze und Trockenheit allein im Sommer 2026 in Deutschland zu volkswirtschaftlichen Schäden von mindestens 36 Milliarden Euro.[v] Auch beim Bus- und Bahnangebot hinkt der Nordwesten, wo die A 20 geplant ist, deutlich hinterher. Die Anzahl der Menschen ohne gutes öffentliches Grundangebot ist hoch.[vi]
„Wie wollen die Verantwortlichen im Land und im Bund diese vertane Chance der Förderung einer klimafreundlichen Fahrrad-Mobilität zulasten des Klimamonsters A 20 ihren Kindern und Kindeskindern erklären, deren Zukunft durch die Folgen der Klimakrise aufs Spiel gesetzt wird?“ fragt Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen die A 20.
Hier können Sie die Pressemitteilung mit Quellenverzeichnis herunterladen:
Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A 20